
Kasachstans digitale Landschaft 2026
Der Digital-2026-Report zeigt, wie Yandex in Kasachstan ein Drittel des Suchverkehrs erobert hat und welche Social-Media-Plattformen am staerksten wachsen. Was das fuer Marketing und Kommunikation bedeutet.
Datareportal hat seinen Bericht Digital 2026 zu den digitalen Trends verschiedener Laender veroeffentlicht — darunter auch Kasachstan (Datenstand: Ende 2025).
Einige interessante Beobachtungen aus dem Report.

Kasachstan: Wie Yandex Google bei der Suche verdraengt
Waehrend weltweit diskutiert wird, ob KI-Suchmaschinen Google gefaehrlich werden, laeuft in Kasachstan ein ganz anderer Machtkampf — hier nimmt nicht ChatGPT, sondern Yandex dem Marktfuehrer Anteile ab. Noch 2023 entfielen 89 % des Referral-Traffics aus Suchmaschinen auf Google, nahezu ein Monopol. Bis 2025 ist dieser Anteil auf 64 % gefallen, waehrend Yandex auf 33,6 % zugelegt hat — rund ein Drittel des gesamten Suchverkehrs im Land.

Der Rueckgang kam nicht schleichend, sondern abrupt: 15 bis 16 Prozentpunkte Verlust pro Jahr in 2024 und 2025 — obwohl Googles Anteil in den acht Jahren davor stabil zwischen 70 und 89 % gelegen hatte. Zum Vergleich: Alle uebrigen Anbieter — Bing, Mail.ru, DuckDuckGo, Baidu, Yahoo — kommen zusammen auf weniger als 2,5 %. Die Umverteilung findet ausschliesslich zwischen zwei Akteuren statt.
Bei den Browsern sieht das Bild stabiler aus: Chrome haelt 58,1 % (nach einem kurzen Einbruch im Vorjahr), Safari liegt bei 19,7 %, und der Yandex Browser kommt mit 9,8 % nur auf den dritten Platz — fast sechsmal weniger als Chrome. Die Kasachstaner suchen also zwar immer haeufiger ueber Yandex, wechseln aber nicht zwingend zum Yandex-Browser. Offenbar nutzen sie Yandex als einen von vielen Diensten innerhalb von Chrome oder Safari. Das bestaetigt auch die Liste der Top-Suchbegriffe: "Yandex" gehoert zu den zehn haeufigsten Google-Suchanfragen in Kasachstan — Nutzer suchen buchstaeblich nach Yandex ueber Google, nicht umgekehrt.


Beim KI-gesteuerten Traffic gibt es dagegen keine Umverteilung — hier dominiert ein einziger Akteur. Auf ChatGPT entfallen 95,65 % aller Klicks von KI-Plattformen auf Websites. Der gesamte Rest — Perplexity (1,82 %), Microsoft Copilot (1,25 %), Google Gemini (0,67 %), DeepSeek (0,35 %) und Claude (0,26 %) — kommt zusammen auf weniger als 4,5 %. Das ergibt eine bemerkenswerte Asymmetrie: In der klassischen Suche hat Google bereits fast die Haelfte des Marktes an Yandex abgegeben, waehrend Google im neuen KI-Suchmarkt (ueber Gemini) praktisch nicht vorkommt.

Was das fuer Unternehmen und Kommunikation bedeutet: Wer ausschliesslich auf Google Ads und SEO fuer Google setzt, erreicht bereits ein Drittel der kasachischen Zielgruppe nicht mehr. Wer diesen Markt ernst nimmt, sollte auch in Yandex praesent sein — von Yandex.Direct und Yandex.Maps bis hin zu Platzierungen in Yandex-Nachrichten- und Mediendiensten. Eine spezialisierte PR-Agentur fuer Kasachstan kann dabei helfen, die richtigen Kanaele und Medienpartner fuer beide Suchmaschinen zu identifizieren.
Das gilt genauso fuer die Medienarbeit. Bei der Auswahl von Publikationsplattformen sollten Unternehmen nicht nur das Google-Ranking eines Mediums beruecksichtigen, sondern auch dessen Sichtbarkeit bei Yandex: Ein und derselbe Beitrag kann in einer Suchmaschine gut ranken und aus der anderen kaum Traffic erhalten. Ob es sich hingegen schon lohnt, die Praesenz der eigenen Marke bei Perplexity, Gemini oder anderen KI-Plattformen gezielt zu messen, ist fraglich — ihr gemeinsamer Anteil am Referral-Traffic ist noch zu gering, um die Reichweite spuerbar zu beeinflussen.
Internet und Social Media wachsen weiter — aber ungleichmaessig
Die Internetdurchdringung liegt nahezu am Maximum: 93,4 % der Bevoelkerung (19,5 Mio. Menschen). Das Wachstum ist nur noch marginal — +232.000 Nutzer im Jahresvergleich, die Quote blieb formal unveraendert. Die sozialen Netzwerke wachsen dagegen deutlich schneller: 16,9 Mio. Nutzer (80,8 % der Bevoelkerung), das sind 1,9 Mio. mehr als im Vorjahr (+12,4 %). Der digitale Zuwachs in Kasachstan entsteht also nicht mehr dadurch, dass neue Menschen online gehen, sondern dadurch, dass bereits vernetzte Kasachstaner immer mehr Plattformen und Dienste nutzen.

Die Zahl der Mobilfunkanschluesse uebersteigt die Einwohnerzahl: 27,3 Mio., das entspricht 131 % der Bevoelkerung — ein Hinweis auf die weit verbreitete Nutzung mehrerer Geraete, SIM-Karten oder eSIMs gleichzeitig.
Innerhalb der sozialen Netzwerke laeuft eine aehnliche Umverteilung wie bei der Suche: Einige Plattformen erreichen neue Hoechststaende, andere verlieren Reichweite.
- TikTok ist der groesste Gewinner des Jahres: +1,86 Mio. Nutzer (+12,4 %). Die Plattform erreicht inzwischen praktisch alle erwachsenen Internetnutzer des Landes.
- Instagram legt ebenfalls zu: +1,15 Mio. Nutzer (+9,6 %) auf insgesamt 13,1 Mio.
- LinkedIn verzeichnet das staerkste relative Wachstum: +18,8 % (+300.000), bleibt in absoluten Zahlen aber ein Nischenplayer (1,9 Mio.).
- Reddit wuchs um +527 % im Jahresvergleich, bleibt in absoluten Zahlen aber klein (781.000 Nutzer) — eher ein bemerkenswerter Trend als ein Massenphaenomen.
- Facebook und Messenger dagegen haben Nutzer verloren — minus 3,8 % bzw. 8,1 %. DataReportal weist allerdings darauf hin, dass solche Rueckgaenge haeufig auf die Bereinigung inaktiver und gefaelschter Konten durch die Plattformen selbst zurueckgehen, nicht auf einen realen Abgang aktiver Nutzer. Vom Ende Facebooks zu sprechen, waere also verfrueht.

Hinweis: DataReportal hat 2026 die Methodik zur Berechnung der Social-Media-Reichweiten und Meta-Werbetools geaendert. Die Zahlen sind daher nicht immer direkt mit den Daten aus dem Bericht 2024 vergleichbar — ein Teil des sichtbaren Wachstums oder Rueckgangs kann auf Neuberechnung und Datenbereinigung seitens der Plattformen zurueckgehen, nicht auf tatsaechliches Nutzerverhalten.
Fazit: Die Internetnutzerschaft in Kasachstan waechst kaum noch in der Breite — fast alle, die online gehen koennen, sind es bereits. Der Wettbewerb dreht sich jetzt um Zeit und Aufmerksamkeit der bestehenden Nutzer: zwischen TikTok und Instagram um Videoinhalte, zwischen Google und Yandex um die Suche. Fuer Marken heisst das: Reichweitenwachstum ueber bisher nicht erreichte Zielgruppen funktioniert nicht mehr. Es geht darum, Aufmerksamkeitsanteile in einem gesaettigten Markt zu gewinnen.
Weitere Daten finden Sie im Bericht Digital 2026: Kazakhstan.
https://datareportal.com/reports/digital-2026-kazakhstan?utm_source=chatgpt.com
Übersetzt mit Hilfe eines KI-Übersetzers


