Wie man mit PR Investitionen gewinnt

Welche Rolle PR bei der Gewinnung von Investitionen spielt und warum Kommunikation zum vollwertigen immateriellen Vermögenswert wird

Der Wettbewerb um Kapital wird härter, und ein starkes Produkt allein reicht nicht mehr aus. Investoren bewerten längst nicht nur die Kennzahlen, sondern auch, wie über ein Unternehmen gesprochen wird – und wie es über sich selbst spricht. Die internationale ITCOMMS-Expertin Saida Dadakhanova erklärt, welche Rolle PR bei der Gewinnung von Investitionen spielt und warum Kommunikation zum vollwertigen immateriellen Vermögenswert wird.

Investoren schauen auf alles

Wer investiert, geht immer ein Risiko ein – und Venture-Investments vervielfachen es. Bewertet wird deshalb alles: das Produkt, die Kennzahlen und der öffentliche Auftritt des Teams. Es zählt nicht nur die Medienpräsenz, sondern auch, wie sich das Team positioniert: was es sagt, wen es zeigt und wie weit das alles der Realität entspricht.

Bevor Investoren Geld in ein Unternehmen stecken, googelt ihr Team es. Umso wichtiger ist es, die Informationen in den Suchergebnissen zu steuern – und ohne eine durchdachte PR-Strategie ist das kaum möglich.

Für Dadakhanova ist der Investor ein Verbraucher, dem die Menschlichkeit einer Marke ebenso wichtig ist. Daher der aktuelle Trend zur Ehrlichkeit in der Kommunikation: Gerade im digitalen Zeitalter wollen Menschen hinter einem Projekt echte Gesichter und Geschichten sehen.

Warum Investoren an starken Produkten vorbeigehen

Ein Grund für diese Unsichtbarkeit: Es fehlt an verständlicher Kommunikation. Teams stecken oft so tief in ihrem Produkt, dass sie erwarten, der Markt werde von selbst alles verstehen. Ohne klar vermittelten Nutzen funktioniert das aber nicht.

„Wenn der Wert nicht in verständliches Storytelling verpackt ist, fällt das Projekt einfach aus dem Blickfeld“, sagt Dadakhanova.

Typische Fehler sind vage Formulierungen, überzogene Versprechen, widersprüchliche Botschaften und die Unfähigkeit, über Risiken zu sprechen. Investoren merken schnell, wenn jemand Eindruck schinden will.

In Zentralasien wächst das Verständnis für die Rolle der Kommunikation bereits – allerdings ungleichmäßig. Ein Teil des Marktes hält PR nach wie vor für eine Nebenfunktion, reifere Akteure setzen sie dagegen längst als strategisches Instrument ein. Fachartikel, Medienpräsenz, eine persönliche Marke – all das belegt Zuverlässigkeit und Potenzial, schafft Vertrauen und erhöht damit die Chance auf ein Investment.

Systematische PR kann den Deal beschleunigen

Der Unterschied zwischen einzelnen Medienanlässen und systematischer Arbeit wird immer deutlicher. Einzelne Veröffentlichungen können einen Aufmerksamkeitsschub auslösen, der jedoch schnell verpufft.

Systematische PR wirkt dagegen kumulativ: Der Markt erkennt das Team wieder, versteht seinen Ansatz – und fasst Vertrauen. Das wirkt sich nicht nur auf die Bekanntheit aus, sondern auch auf das Geschäft, von Partnerschaften bis zum Recruiting.

Ein solches System erzeugt eine eigene Wachstumsdynamik, betont Saida; ihr Hauptziel ist eine langfristige Reputation. Früher waren Start-ups vor einem Deal medial sehr aktiv, nach der Finanzierungsrunde verstummte die Kommunikation. Heute setzt sich die kontinuierliche Arbeit am eigenen Informationsumfeld durch.

PR ersetzt kein Produkt

Kommunikation kann das Interesse an einem Start-up tatsächlich verstärken und dabei helfen, Investitionen zu gewinnen. Ist das Produkt aber nicht reif, muss es weiterentwickelt werden – statt es mit PR zu verpacken.

Die Realität zu beschönigen ist für die Expertin eine der riskantesten Strategien überhaupt: „Man darf auf keinen Fall übertreiben – das führt zum Verlust von Vertrauen.“
Schwache Kommunikation wirkt in die Gegenrichtung: Selbst starke Projekte verlieren so Deals. Investoren prüfen zuallererst den digitalen Fußabdruck – sie suchen nach Erwähnungen und recherchieren die Reputation. „Gibt es über ein Start-up keine Informationen, wächst das Misstrauen“, erklärt sie.

Damit wird Kommunikation zu einem Faktor, der Investitionen direkt beeinflusst. Selbst wenn ein Start-up direkt auf einen Investor zugeht, erschwert eine fehlende öffentliche Spur den Prozess.

Saida Dadakhanova warnt: In einer solchen Lage muss sich ein Unternehmen den Weg zu jedem weiteren Gespräch praktisch von Hand bahnen.

Genau deshalb gilt Reputation heute als immaterieller Vermögenswert. Im Grunde ist sie eine weitere Form der Risikobewertung: Je transparenter ein Unternehmen und je geringer die Diskrepanz zwischen Worten und Fakten, desto wahrscheinlicher der Deal – und desto schneller fällt die Entscheidung.

Übersetzt mit Hilfe eines KI-Übersetzers

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