Usbekistan: Google dominiert die klassische Suche, doch beim KI-Traffic hat ein Akteur das Sagen

Usbekistan: Google dominiert die klassische Suche, doch beim KI-Traffic hat ein Akteur das Sagen

ChatGPT dominiert den KI-Referral-Traffic in Usbekistan mit 95,4 %. Google verliert bei der klassischen Suche Anteile an Yandex. Was das für die Digital-Strategie von Unternehmen bedeutet.

Datareportal hat den Bericht Digital 2026 zu den digitalen Trends in verschiedenen Ländern veröffentlicht – darunter auch Usbekistan (Datenstand: Ende 2025).

Einige bemerkenswerte Erkenntnisse aus dem Bericht.

Während weltweit über das Rennen der KI-Chatbots diskutiert wird, ist die Frage in Usbekistan praktisch entschieden: 95,4 % aller Website-Besuche über KI-Plattformen entfallen auf ChatGPT. Perplexity, Microsoft Copilot, Google Gemini, Claude und DeepSeek teilen sich die verbleibenden 4,6 %. Bei der klassischen Suche sieht es dagegen noch traditionell aus: Google hält 72,9 %, Yandex 24,8 %. Doch auch hier verschieben sich die Gewichte: Vor einem Jahr lag der Google-Anteil noch 5,9 Prozentpunkte höher.

Google hält sich – doch der Trend ist sichtbar

In der klassischen Suche ist die Revolution noch ausgeblieben: Google hält 72,9 % des Referral-Traffics, Yandex 24,8 %. Die Dynamik zeigt jedoch ein anderes Bild: Googles Anteil sank im Jahresvergleich von 78,8 % (2024) auf 72,9 % (2025) – ein Minus von 7,5 %. Yandex legt derweil deutlich zu. Der Trend ist klar.

Auf Browser-Ebene steht Google allerdings besser da: Der Chrome-Anteil sinkt nicht, sondern steigt – von 73,8 % auf 79,5 % binnen eines Jahres (+7,7 %). Der Yandex Browser kommt nur auf 6 % Marktanteil. Die Nutzer suchen also zunehmend über Yandex, verwenden dafür aber ihren gewohnten Chrome-Browser statt den Yandex-eigenen.

Was Unternehmen daraus ableiten sollten

Diese Besonderheit wirkt sich auch auf die Medienarbeit aus. Bei der Auswahl von Publikationsplattformen reicht es nicht mehr, nur auf die Sichtbarkeit bei Google zu achten – die Präsenz in den Yandex-Suchergebnissen verdient ebenso Aufmerksamkeit. Je nach Suchmaschine kann ein und derselbe Beitrag völlig unterschiedliche Mengen an organischem Traffic erzielen. Wer den Markteintritt in Usbekistan plant, sollte diesen Doppelfokus von Anfang an in die Kommunikationsstrategie einbeziehen.

Die Markenpräsenz bei Perplexity, Gemini oder anderen KI-Suchmaschinen zu analysieren, hat vorerst keine Priorität: Praktisch der gesamte KI-Referral-Traffic in Usbekistan entfällt auf ChatGPT, und der kumulierte Anteil der übrigen Dienste ist zu gering, um die Informationslandschaft spürbar zu beeinflussen.

Ein usbekisches Phänomen: Das digitale Klassenbuch unter den Top-Suchanfragen

Die grösste Überraschung unter den Top-Suchanfragen Usbekistans sind weder Social Media noch KI – sondern ein Schultagebuch. Die Anfrage «kundalik» (die nationale Plattform für digitale Klassenbücher) belegt den dritten Platz im Gesamtranking und den achten in einem separaten Ranking und überholt dabei in einzelnen Kategorien sogar Instagram und YouTube. Ein Paradebeispiel dafür, wie die staatliche Digitalisierung eines konkreten Dienstes – in diesem Fall der elektronischen Schulverwaltung – einen beachtlichen Anteil am gesamten Suchtraffic eines Landes ausmachen kann.

Zum Vergleich: Auch «yandex» und «google» als Suchbegriffe finden sich in den Top 20 – ein erheblicher Teil der Nutzer sucht also eine Suchmaschine über eine andere, statt sie direkt aufzurufen.

Das Internet wächst nicht mehr in die Breite – iOS legt langsam zu

Die Internetdurchdringung in Usbekistan stagniert seit drei Jahren (2023–2025) bei 89,0 %. Die absolute Nutzerzahl steigt zwar weiter (33,1 Mio., +611.000 im Jahresvergleich), allerdings allein durch natürliches Bevölkerungswachstum – nicht durch neue Onliner. Der Markt ist praktisch gesättigt: Künftiges Wachstum wird sich nicht in neuen Nutzern messen lassen, sondern darin, wie viel Zeit und Geld die bereits vernetzten Zielgruppen für digitale Dienste aufwenden.

Android bleibt mit 83,8 % der unangefochtene Spitzenreiter beim mobilen Traffic (gegenüber 16,0 % für iOS), doch auch hier zeichnet sich eine leichte Trendwende ab: Der Android-Anteil sinkt seit fünf Jahren in Folge – vom Höchstwert 91,0 % im Jahr 2020 auf die aktuellen 83,8 %. Langsam, aber stetig gewinnt das iPhone an Boden.

Im Land gibt es 33,9 Mio. Mobilfunkanschlüsse – das entspricht 91,1 % der Bevölkerung.

Social Media: starkes Wachstum, getragen von einer einzigen Plattform

Die sozialen Netzwerke in Usbekistan verzeichneten im vergangenen Jahr eine bemerkenswerte Dynamik: +4,2 Mio. Nutzer (+41,7 %). Die Gesamtzahl stieg auf 14,1 Mio. (37,9 % der Bevölkerung).

  • Instagram ist der Haupttreiber dieses Wachstums: +4,15 Mio. Nutzer (+41,7 %). Praktisch der gesamte Social-Media-Zuwachs des Landes entfiel auf diese Plattform, die nun 14,1 Mio. Menschen erreicht – also nahezu alle Social-Media-Nutzer Usbekistans.
  • LinkedIn legte relativ gesehen ähnlich stark zu: +39,2 % (+310.000), wobei die absolute Nutzerzahl bei 1,1 Mio. liegt.
  • TikTok wuchs im Vergleich deutlich verhaltener – um 3,2 % (+80.500) auf 2,59 Mio. erwachsene Nutzer.
  • Facebook und Messenger blieben praktisch unverändert: Facebook +2,2 % (+50.000), Messenger wuchs um gerade einmal 200 Nutzer.
  • X (Twitter) verlor fast zwei Drittel seiner Nutzerschaft: -60,3 % (-224.000) innerhalb eines Jahres – der stärkste Rückgang unter allen sozialen Netzwerken des Landes.

Hinweis: 2026 hat DataReportal die Methodik zur Erfassung der Social-Media-Reichweiten und Meta-Werbetools geändert. Die diesjährigen Zahlen sind daher nicht immer direkt mit den Daten aus den Berichten von 2024 vergleichbar – ein Teil des sichtbaren Wachstums oder Rückgangs kann auf Neuberechnungen und Datenbereinigungen seitens der Plattformen zurückgehen, nicht auf tatsächliche Verhaltensänderungen der Nutzer.

Fazit: Das gesamte Social-Media-Wachstum in Usbekistan stützt sich faktisch auf eine einzige Plattform – Instagram, die nahezu alle aktiven Social-Media-Nutzer des Landes abdeckt. Das ist zugleich Chance und Risiko für Marken: Fast die gesamte Zielgruppe lässt sich über einen Kanal erreichen, doch die Abhängigkeit von den Regeln einer einzigen Plattform wird damit kritisch.

Was das für Unternehmen insgesamt bedeutet: Der Suchmarkt in Usbekistan ist noch nicht so scharf zwischen Google und Yandex aufgeteilt wie in manchen anderen Ländern, doch der Trend zugunsten von Yandex ist eingeleitet – und im KI-Traffic-Segment ist die Neuverteilung faktisch abgeschlossen, zugunsten eines einzigen Akteurs. Unternehmen, die ihre Digital-Strategie für 2026–2027 planen, sollten schon jetzt eine Präsenz in ChatGPT-orientierten Formaten einplanen – etwa durch die Optimierung von Inhalten für die LLM-Suche statt ausschliesslich für klassisches SEO –, ohne abzuwarten, bis der Yandex-Anteil an der Suche noch deutlicher steigt.

Weitere Daten im Bericht Digital 2026: Uzbekistan: https://datareportal.com/reports/digital-2026-uzbekistan

Über die digitale Landschaft Kasachstans können Sie hier lesen.

Übersetzt mit Hilfe eines KI-Übersetzers

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